Kein Geld für Völkermordbotschaften!  No money for embassies of genocide!


Network meeting on the 12th of October at 7 pm. Venue: Bauhütte at Besselpark

Berliner AktivistInnennetzwerk 4syrebellion lädt ein zum Planungstreffen für die Kampagne "Kein Geld für Völkermordbotschaften" am 12, Oktober 2018 um 19:00 Uhr in die Bauhütte im Besselpark (Besselstraße / Enckestraße).

 

Berlin activist network 4syrebellion invites to the planning meeting for the campaign "No money for embassies of genocide" on 12, October 2018 at 7 pm. Venue: Bauhütte in the park at Besselstreet (Besselstraße / Enckestrasse).

Planungstreffen für die Kampagne gegen die Nötigung von Geflüchteten aus Syrien, die syrische Botschaft zur Verlängerung der Pässe aufsuchen und Gelder zahlen zu müssen. Brainstorming -es nehmen Organisationen und Individuen Teil - macht mit und helft, diese unsägliche Praxis zu beenden!

Meeting to coordinate the campaign against German authorities forcing refugees from Syria to visit the Syrian embassy for renewal of passports and to pay money to Assad´s government. Different organizations, groups and individuals are involved - help us, with your networks or communities, to end this barbaric practice.

Please check details of the event on facebook / Aktuelle Infos zum Treffen gibt es auf facebook:

 

www.facebook.com/events/541090109650279/



Worum geht es bei der Kampagne?

In den vergangenen Wochen wurden zunehmend Berichte bekannt, dass deutsche Behörden Geflüchtete aus Syrien dazu auffordern, ihre Pässe bei der syrischen Botschaft in Berlin verlängern zu lassen. Wie etwa das deutsch-syrische Kulturmagazin "fann-magazin" berichtet, werden diese Briefe vor allem an Geflüchtete mit subsidiärem Schutzstatus und an Menschen, die im Zuge der Familienzusammenführung nach Deutschland gekommen sind, verschickt. Im Umfeld der AktivistInnen von 4syrebellion haben sich aber auch Geflüchtete zu Wort gemeldet, die ganz unterschiedliche Probleme mit der Aufforderung zur Passverlängerung haben. 

 


What is the campaign about?

In recent weeks, reports are increasingly appearing that German authorities request refugees from Syria to extend their passports at the Syrian Embassy in Berlin. As the German-Syrian cultural magazine "fann-magazin" reports, these letters are sent primarily to refugees with subsidiary protection status and to people who have come to Germany as part of family reunification. But in the environment of the activists of 4syrebellion also refugees have come up, who have very different problems with the request for passport extension.

 


Warum ist das ein Problem?

In vielen Fällen entspricht eine derartige Aufforderung offenbar gar nicht der geltenden Rechtslage. Sie sind klar illegal. Zwar müssen leider theoretisch Geflüchtete mit subsidiärem Schutzstatus an der Beschaffung von Reisepässen mitwirken, während Geflüchtete, die nach der Genfern Flüchtlingskonvention anerkannt sind, davon befreit sind. Dennoch müssen Behörden, wie z.B. das Jobcenter, für die Bearbeitung von Anträgen den Aufenthaltstitel als Passersatz akzeptieren, wenn Geflüchtete aus Syrien nicht zur Botschaft des Regimes von Bashar al-Assad gehen wollen oder können. Nichtsdestotrotz: Entsprechende Briefe von Behörden mit der Aufforderung zur Beschaffung eines syrischen Passes bei der syrischen Botschaft in Berlin sorgen deshalb derzeit für eine starke Verunsicherung unter betroffenen Personen. 

 


Why is that a problem?

In many cases, such a request does not seem to correspond to the current legal situation. They are clearly illegal. Theoretically, refugees with subsidiary protection status unfortunately have to cooperate in the procurement of passports, while refugees who are recognized under the Geneva Convention are exempt from it. Nevertheless, authorities such as the Job Center have to accept the residence permit as a passport substitute for filing applications if refugees from Syria are unable or unwilling to go to the embassy of the regime of Bashar al-Assad. Nevertheless, correspondence letters from authorities requesting that a Syrian passport be obtained from the Syrian embassy in Berlin are currently causing great uncertainty among the persons affected.

 


Kein Geld für Völkermordbotschaften!

Im Grunde ist es schon ein Skandal, dass Geflüchtete mit unterschiedlichem Schutzstatus unterschiedliche Rechte haben. Im Falle der Aufforderung an Geflüchtete, die Pässe bei der syrischen Botschaft verlängern zu lassen, ist das Problem noch um ein vielfaches größer: In der Botschaft arbeitet der Syrische Geheimdienst. Viele Syrerinnen und Syrer haben gute Gründe, dass der syrische Staat, vor dem sie geflohen sind, nicht wissen soll, wo sie sich aufhalten. Zudem verlangt der syrische Staat je nach Dringlichkeit zwichen 165 und 725 Euro für die Ausstellung oder Verlängerung der Pässe. Mit diesem Geld finanziert das Regime von Assad den Krieg und die Menschenrechtsverbrechen gegen die eigene Bevölkerung. Deshalb muss jede Form der Zusammenarbeit mit dem syrischen Regime unbedingt gestoppt werden.

 


No Money for embassies of genocide!

Basically, it is a scandal that refugees with different protection status have different rights. In the case of an appeal to refugees to have passports extended at the Syrian Embassy, the problem is many times greater: the Syrian intelligence service is working in the embassy. Many Syrians have good reasons why the Syrian state they fled from should not know where they are. In addition, depending on urgency, the Syrian state charges between € 165 and € 725 for issuing or renewing the passports. With this money, the regime of Assad finances the war and the human rights crimes against its own people. Therefore, any form of cooperation with the Syrian regime must be stopped.

 

 


Das wollen die InitiatorInnen mit der Kampagne erreichen:

Bis Mai 2018 hat die Ausländerbehörde in Berlin noch unkompliziert Reisepässe für Aussländer als Ersatzdokumente auch für Geflüchtete aus Syrien mit subsidiärem Schutzstatus ausgestellt. Doch auf Druck des Bundesinnenministeriums hin soll es nun eine einheitliche Verwaltungspraxis in ganz Deutschland geben. Wer keine Anerkennung nach der Genfer Flüchtlingskonvention hat, muss selbst nachweisen, dass eine Ausstellung eines Reisepasses von der syrischen Botschaft im individuellen Fall nicht zumutbar ist. 

 

In einem ersten Schritt wollen die InitiatorInnen der Kampagne diese Regelung zunächst einmal in Berlin wieder aufheben. Dazu werden sie in den kommenden Wochen versuchen, den Berliner Senat davon zu überzeugen, zur alten Regelung zurückzukehren. Doch was in Berlin gilt, gilt überall: 

 

Niemand soll dazu genötigt werden, in irgend einer Form mit der syrischen Botschaft zusammenzuarbeiten.  

 


The initiators want to achieve this goal with the campaign:

Until May 2018, the immigration office in Berlin issued passports for foreigners as substitute documents for refugees from Syria with subsidiary protection status. However, under pressure from the Federal Ministry of the Interior, there should now be a single administrative practice throughout Germany. Anyone who does not have recognition under the Geneva Refugee Convention must prove to himself that issuing a passport from the Syrian Embassy in individual cases is not reasonable.

 

As a first step, the initiators of the campaign want to repeal this regulation in Berlin. In the coming weeks, they will try to persuade the Berlin Senate to return to the old rules. But what is true in Berlin applies everywhere:

 

Nobody should be forced to cooperate in any way with the Syrian embassy!